Beruf

Teilnehmer gesucht: Onlinestudie zur Bereitschaft internationaler Mobilität, Persönlichkeit und Hochsensibilität

Für diese englischsprachige Studie zur internationalen Reisebereitschaft, Persönlichkeitsmerkmalen und HS, im Rahmen ihrer Masterarbeit, sucht Stefanie Dietel noch Teilnehmer. Es ist eine Onlinestudie, die sich bequem am PC bearbeiten lässt. Es sind herzlich alle eingeladen mitzumachen.

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Buchrezension: Hochsensibel – Was tun? Von Sylvia Harke

Hochsensibel – Was tun? ist ein Sachbuch über Hochsensibilität von Diplom-Psychologin und Coach Sylvia Harke. Sie widmet sich in diesem Buch vielen Themen welche einen speziellen Bezug zum emotionalen Erleben in zwischenmenschlichen Beziehungen und Stresssituationen haben, sowie der Aufarbeitung vergangener Ereignisse und der Abgrenzung von Hochsensibilität und anderen Dispositionen oder Störungen. Das Buch ist in der 6. Auflage im Via Nova Verlag erhältlich.


Gliederung und Inhalt

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Ein zartes Pastellorange und eine ikonische Feder empfangen uns mit zärtlichen Eindrücken zu einem Buch dessen zentrale Themen es dennoch in sich haben.

Das Erste was einem auffällt, wenn man sich die Struktur von Hochsensibel – was tun? anschaut, ist, dass die Autorin was tun? wörtlich nimmt und diese rhetorische Frage tatsächlich beantworten will. Das Buch ist daher strukturiert und stellenweise auch illustriert  wie ein Survival-Ratgeber von Rüdiger Nehberg, welcher Leser wie Leserin dabei helfen soll im urbanen Dschungel von Alltag und dem Dickicht der emotionalen Wirrungen nicht die Orientierung zu verlieren. Dazu vermittelt sie Strategien, welche von Checklisten über Meditationen, der Arbeit mit Affirmationen und dem Aufschlüsseln der Persönlichkeitseigenschaften von Freunden und Verwandten reichen.
Auch wenn das Buch in sechs Kapitel unterteilt ist, finden sich beim Lesen zwei große Themengebiete, nämlich  Vergangenheitsbewältigung und Zwischenmenschliches. Ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal sogar ist im erstgenannten Abschnitt der große Anteil von Informationen über und Anleitungen zur Aufarbeitung von zurückliegenden emotionalen Verletzungen und Wahrnehmung von Glaubenssätzen. Das ist deswegen ein sehr wichtiger Ansatz, da das Thema noch sehr jung ist, und viele HSP erst im Alter eine Erklärung für ihr Erleben finden, und nun aus dieser neuen Perspektive ihre früheren Erfahrungen neu bewerten müssen. Themen wie Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Annehmen der eigenen Wahrnehmung stehen hier im Vordergrund, aber auch der Umgang mit Geschlechtsstereotypen und Sensibilität sowie das Erkennen der eigenen Bedürfnisse.
Der zweite zentrale Themenblock beschäftigt sich mit Hochsensibilität in allen möglichen sozialen Situationen, von Partnerschaft über Arbeit bis hin zu Familie, und auch die Betrachtung von hochsensiblen Kindern und ihren Bedürfnissen. Spannend ist hier dass Sylvia Harke den alten Klassiker der destruktiven Beziehung zwischen Narzissten und HSP aufgreift, und genauer erläutert, welche Dynamiken sich im Hintergrund abspielen. Aber auch andere eher problematische Beziehungen werden angeschnitten. Generell werden Liebe und Partnerschaft viele Zeilen gewidmet.

Es wäre Falsch zu sagen dass diese beiden Kernthemen durch Fragestellungen rund um Gesundheit, Stress, BurnOut und sogar der Abgrenzung von HS von ADHS und Autismus lediglich abgerundet werden. Denn Dank knapp 350 Seiten in einem etwas größeren Buchformat werden auch alle weiteren Themen nicht nur angeschnitten, sondern auch moderat vertieft.


Kritik

Ich stelle mir bildlich vor wie Sylvia Harke beim Planen der Inhalte des Buches mit einem Klemmbrett oder Notizbuch im Schaukelstuhl sitzt, mit einer Katze auf dem Schoß, und sich überlegt welche Themen des Alltags für HSP eine gewichtige Rolle spielen. Es kann meine Einbildung sein, aber das Buch macht einen sehr geplanten Eindruck, dessen zentralen Themen sich aus wiederkehrenden Fragestellungen aus Sylvias Arbeit als Coach hergeleitet haben.

Die Abschnitte über die Verwechslung von Asperger, ADHS und HS sind in meinen Augen ein sehr wichtiger Teil, der wahrscheinlich leider zu wenig Aufmerksamkeit von der Leserschaft erhalten wird. Ebenso spannend finde ich es, dass Sylvia Harke und ich unabhängig voneinander die Gefahr des hochsensiblen Idealismus am Arbeitsplatz in eine BurnOut-Problematik abzurutschen aufgreifen. Das ist ebenfalls ein Thema welches zu wenig Aufmerksamkeit erfährt.
Summa Summarum ist Hochsensibiltät – was tun? das Werk für nahezu alle Hochsensiblen, aber insbesondere für diejenigen, welche eine Menge Emotionen aufzuarbeiten haben und Ballast aus der Vergangenheit mit sich tragen. Es gibt nur wenige Themen welche Sylvia Harke in diesem Buch nicht bearbeitet hat, so dass von existenzieller Angst bis hin zu spirituellen Fragen in Paarbeziehung nahezu alles vorhanden ist. Meine einzige Rüge wäre, dass man trotz des sehr warmherzigen Schreibstils keinesfalls den Trugschluss ziehen sollte, dass das Aufarbeiten der Vergangenheit oder die Arbeit mit EMDR – einer Technik zur Traumabewältigung – ein Spaziergang im Park wären. Es ist ein umfassendes und informationsgeladenes Buch mit einer nahezu unüberschaubaren Fülle an Methoden und Techniken, dass in meinen Augen durch seine liebevolle Aufmachung und Schreibweise etwas darüber hinwegtäuscht, dass potentiell sehr aufwühlende und schmerzhafte Themen behandelt werden.


Fazit

Hochsensibel – Was tun? wird wie kaum ein anderes Buch der Tatsache gerecht dass viele HSP erst im Alter mit ihrem Temperament konfrontiert werden, und sich oftmals in ihrem Leben von der Umwelt bedroht und von Mitmenschen nicht verstanden gefühlt haben.
Der Schreibstil ist wohlmeinend warmherzig und sanft, und trägt sicher einen Teil dazu bei dass gerade sehr verwundete HSP sich sicher und angenommen fühlen können, wohingegen die Vielzahl der Techniken einen Weg aus den Wirrungen ihrer Innenlebens weisen sollen. Doch darf man sich nicht darüber hinwegtäuschen lassen dass  bei diesem Buch durchaus auch Themen aufgegriffen werden, die durch Selbstreflexion und Aufarbeitung letzten Endes eine Therapie nach sich ziehen können.

Buchrezension: Die Berufung für Hochsensible von Luca Rohleder

Das Buch Die Berufung für Hochsensible von Luca Rohleder ist ein Sachbuch über ein für die meisten HSP sehr gewichtiges Thema – dem  Finden einer stimmigen Möglichkeit sich beruflich zu verwirklichen. Es ist im Jahr 2015 in der zweiten Auflage bei Dielus Edition Leipzig erschienen.


Gliederung und Inhalt

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Auch wenn das Cover auf den ersten Blick wie ein Fachbuch für Neurologie wirkt hat das Buch wenig Bezug zur Physiologie der Hochsensibilität

Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert. Wobei sich die ersten beiden vorwiegend mit dem Ist-Zustand beschäftigen und sich der Bestandsaufnahme des eigenen Potentials als hochsensible Person widmen. Darauf folgen drei Kapitel welche sich – interessanterweise sogar sehr praxisbezogen – darum bemühen, aus dieser Bestandsaufnahme Handlungsweisen herzuleiten, die für das knapp über 200 Seiten füllende  Buches ein überraschend breites Spektrum des alltäglichen Lebens und Erlebens abdecken.

Die Berufung für Hochsensible hat eine grundlegend andere Ausrichtung als zum Beispiel die Bücher von Elaine Aron und Birgit Trappmann-Korr. Denn das Buch trägt im Kern den therapeutischen Ansatz der Arbeit mit dem inneren Kind, welcher mit spirituellen Einflüssen, einem großen Brocken an Selbstcoaching und eigenen Erfahrungen sowie Eindrücken des Autors eine Partnerschaft eingeht um die notwendigen Ressourcen zu generieren, welche für eine Veränderung des eigenen Lebens notwendig sind.
Das Buch ist sehr praxisorientiert und der Schreibstil richtet sich stellenweise direkt an „Sie als Leser“, fordert häufig zu konkreten Einstellungsänderungen wie „Sehen Sie Arbeitgeber nur als Kunden“, der Übernahme einer Vorstellung oder Perspektive oder auch nur zum Nachdenken auf.

Der Inhalt erstreckt sich dabei auf nahezu jeden Bereich des Lebens und orientiert sich immer wieder an den Grundbedürfnissen des Menschen und dem aus der psychodynamischen Theorie stammenden Modell vom Inneren Kind. Ein zentraler Punkt ist der Umgang mit Verletzungen und das Loslassen von schädlichen Verhaltensweisen sowie Vorstellungen und Emotionen – aber auch Menschen. Denn der Umgang mit Stress, Mitarbeitern und Kunden wird an verschiedenen Stellen mehrfach aufgegriffen und in den Gesamtkontext des Buches eingefügt. Ebenso finden sich Abschnitte wo es um die Anforderungen der Gesellschaft an das Individuum geht, und wie Geld und Einkommen unser Leben beeinflussen.


Kritik

Das Buch ist als Ratgeber gedacht welcher beim Finden der eigenen Berufung helfen soll, und ich habe den Eindruck dass es diesem Anspruch auch voll und ganz gerecht werden kann. Es ist als Leitfaden gedacht um sich mit Papier und Bleistift daneben zu setzen und über sich selbst zu reflektieren. Dabei hält es sich nicht groß damit auf, wie Hochsensibilität zustande kommt oder fundiert seine Überlegungen in Theorien, sondern ist vor allem daran orientiert die Ärmel umzukrempeln und zur Nutzung der eigenen Ressourcen anzuregen und sich (wieder) auf sich selbst zu verlassen.
Einige Inhalte wirkten allerdings beim Lesen eher deplatziert, wie die Schelte gegen Psychologen welche dem Leser ein Trauma andichten würden, während man als Leser dabei gleichzeitig ein Buch in den Händen hält welches auf dem Inneren-Kind-Modell beruht das unter anderem zur Beschreibung von Vorgängen in der Traumatherapie herangezogen werden kann. Generell hatte ich den Eindruck dass der Autor immer wieder Kritik an Wissenschaft, dem Verstand als intellektuelle Verlängerung des Egos oder gleich direkt der Gesellschaft üben möchte – wobei er auf der anderen Seite allerdings auch zur Versöhnung rät.


Fazit

Wenn man sich als HSP bereits mit den Hintergründen für das eigene Temperament auseinandergesetzt hat und vor Fragen der Sinnfindung und der Suche nach beruflicher Veränderung oder der erfüllenden Berufung steht, dann hat dieses Buch wahrscheinlich zur Zeit kaum Konkurrenz. Die Aufforderungen zum Mitwirken und die große Bandbreite an Informationen sind gut auf Fragen der Selbstverwirklichung zugeschnitten. Die spirituelle Komponente und auch die Systemkritik kann für einige Hochsensible ein zusätzliches Kaufkriterium sein, andere jedoch auch abschrecken.

Hochsensibilität und Burnout

Johann Freudenreich soll den Ausspruch geprägt haben, dass sich zu Tode zu arbeiten die einzige, gesellschaftlich akzeptierte Form des Selbstmordes ist. Doch diese gesellschaftliche Akzeptanz ist kulturell verwurzelt, und so finden sich HSP heutzutage in einem Spannungsfeld zwischen der Sechs-Stunden-Woche in Schweden und den Lebensversicherungen für Karoshi, dem Tod durch Überarbeitung, in Japan wieder.


Was ist überhaupt das Burnout-Syndrom?

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Wenn man einmal über seine Grenzen geht ist das nicht automatisch ein Problem. Doch wenn man sich nicht mehr daran erinnern kann wie sich die eigene Komfortzone anfühlt, dann wird es an der Zeit die eigenen Prioritäten zu überdenken.

Normalerweise fange ich hier immer mit einer Definition an, doch ist Burnout bei weitem nicht so eng umrissen, wie man es bei einem so prominenten Syndrom, Krankheitsbild, erwarten würde. Schon die Tatsache dass Burnout als Syndrom beschrieben wird (aus dem Griechischen sýndromos – zusammentreffend) teilt uns mit, dass wir es mit einem Zusammenspiel mehrerer Symptome zu tun haben. Davon können einige auch unscheinbar genug sein um über längere Zeit hinweg übersehen zu werden, oder sie sind so diffus, dass man sie eventuell gar nicht mit den restlichen Symptomen in Verbindung bringen würde.

Ein Burnout-Syndrom bzw. Ausgebranntsein ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit. Es kann als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt.
Pschyrembel Ausgabe 2007

In der Definition finden wir direkt zwei Bestandteile des Burnouts für die Hochsensible ausgesprochen anfällig sind, nämlich emotionale Erschöpfung und idealistische Begeisterung. Wie wir in Was ist Hochsensibilität? und 10 Potentielle Vorteile der Hochsensibilität bereits festgestellt haben sind viele HSP ausgesprochene Idealisten und gerne bereit für ein Ziel, mit dem sie sich identifizieren können, nicht nur körperliche oder geistige Ressourcen zur Verfügung zu stellen, sondern auch mit emotionaler Hingabe hinter dem Projekt zu stehen. Doch egal ob die empfundenen Emotionen während dieser Tätigkeit lediglich positiv oder aber auch ambivalent sind, wenn Hochsensible nicht die Möglichkeit haben, oder nicht wahrnehmen, sich zu regenerieren, ist der Weg in die Reizüberflutung und damit in die Erschöpfung geebnet. Häufig versuchen Betroffene ihre Erschöpfung und Symptome durch Konsum von Alkohol, Medikamenten oder Stimulanzien zu kompensieren, was unter Umständen ebenso für HSP weitreichendere Folgen haben kann.


Symptome

Die komplette Symptomliste zum Burnout-Syndrom liest sich wie das Telefonbuch eines Ortes der nur von Leuten bevölkert wird, mit denen man um zwei Ecken irgendwie bekannt ist. Viele der Symptome wirken auf den ersten Blick vollkommen harmlos, werden aber im Zusammenspiel mit anderen ihrer diffusen Art zu einem Mühlstein, der Schicht für Schicht die ohnehin schon angeschlagenen Nerven bis an die Belastungsgrenze und vor allen Dingen darüber hinaus treibt. Burnout spannt sich in unserer Beschreibung über drei einzelne Ebenen, welche wir nacheinander betrachten wollen: Erschöpfung, Depersonalisierung und Frustration.

Erschöpfung

Im Zentrum steht vor allen Dingen eine kaum für nicht Betroffene nachzuvollziehende Erschöpfung welche auch durch Schlaf oftmals nicht besser wird. Sie zieht sich durch viele Bereiche des Lebens und zeigt sich unter anderem durch:

  • Konzentrationsprobleme
  • Desinteresse
  • Reizbarkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • Störungen der Sexualfunktion
  • Kraftlosigkeit

Wir sprechen hier von einer lähmenden Erschöpfung der grundlegenden körperlichen aber auch emotionalen Ressourcen. Gerade das stark ausdifferenzierte Innenleben von Hochsensiblen ist davon betroffen und weicht einer extremen Ermattung. Das Problem an der Sache ist umso gravierender, da man als HSP sich eben genau der Ausgebranntheit zumeist bewusst ist, da die Hochsensibilität ja bestehen bleibt, und in eventuell vorhandenen Ruhephasen die Ermattung umso stärker ins Bewusstsein rückt. „Man weiß eigentlich, dass man etwas ändern müsste.“

Depersonalisierung

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Wenn das eigene Erleben unerträglich wird, werden Kompensationsstrategien gesucht. Häufig sind Alkohol und Medikamente ein Ausdruck für das Bedürfnis danach, die Kontrolle über das eigene Leben wiederzuerlangen.

Depersonalisierung findet als Reaktion auf länger andauernde Überlastung statt. Zwischen dem Betroffenen und seinen
Kollegen, Klienten und auch vor allem sich selbst wird künstlich eine Distanz erzeugt, die eine weitere Identifikation mit den Nöten der Personen und Anforderungen der Situation verhindern soll. Dies äußert sich in:

  • Gleichgültigkeit
  • Emotionaler Kälte
  • Arbeit als Routine
  • Zynismus
  • Verminderter Empathie
  • Schwarz/Weiss – Denken
  • Verlust des Idealismsus

Im Artikel zur Empathie haben wir bereits aufgegriffen dass das Herstellen von emotionaler Distanz eine Erleichterung darstellen kann, wenn man, insbesondere als HSP, ein zunehmendes Problem beim Unterscheiden der eigenen Emotionen und Bedürfnisse von denen anderer Menschen und den Anforderungen der Situation hat. Beim Burnout passiert diese Trennung nun auf eine sehr unglückliche Art und Weise automatisch um die aufgebrauchten emotionalen, körperlichen und geistigen Ressourcen zu schützen.

Frustration

Frustration entsteht wenn man beim Erreichen eines Ziels oder Ausführen einer Handlung behindert wird. Burnout wird im Bezug darauf durch einen länger andauernden Zustand der konstanten Überforderung begünstigt. Egal wie viel Aufwand man betreibt, es findet keine merkliche Verbesserung des Zustandes statt. Dies führt mitunter zu:

  • Desillusionierung
  • Hilflosigkeit
  • Versagensagst
  • Schuldgefühlen
  • Entmutigung
  • Gefühl persönlicher Ineffektivität

Auch wenn diese Auflistung schon recht umfangreich erscheint, wird sie dem gesamten Spektrum, in welchem sich die Symptome abspielen können, bei weitem noch nicht gerecht. Ich verweise an dieser Stelle auf die extrem umfassende Liste auf hilfe-bei-burnout.de, welche sich sehr differenziert mit der Vielschichtigkeit der Symptome umgeht.


Der Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Burnout

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Wenn man sich gerade erholt, und dabei das Gefühl hat, dass man sich nicht ausruhen sollte, dann erholt man sich in diesem Moment nicht wirklich.

Gesteigerte Wahrnehmung von Details und eine starke emotionale Aufladung von idealisierten Tätigkeiten sind eine Einladung zum Perfektionismus, welcher anfangs mit einem starken Lusterleben und Begeisterung einhergehen kann. Darüber hinaus bietet das Nachempfinden von Leid anderer oder die Beschäftigung mit zu vermeidenden Zuständen, einen Boden für das Gefühl von persönlicher Verantwortung für Gelingen oder Misslingen von Zielen oder Projekten. Das sind alles Einflüsse welche das langsame Abrutschen in die Überarbeitung, oder besser: in das sich Aufopfern, begünstigen.
Ich wage an dieser Stelle die Vermutung dass nahezu jeder oder jede Hochsensible Zustände von Erschöpfung und Reizüberflutung kennt.

Gerade für HSP in pflegenden, medizinischen, therapeutischen oder sozialen Berufen ist die Gefahr sich weit über die eigene Leistungsfähigkeit zu engagieren besonders groß, da das Vermischen zwischen eigenen Bedürfnissen und denen von Klienten oder Patienten umso fließender und unterschwelliger passieren kann. Sabine Siessmayr spricht hier von der Du-Falle. Das Fatale ist obendrein, dass man als HSP stellenweise auch Recht damit haben kann, dass jemand anderes bestimmte Aufgaben unter Umständen nicht mit der selben Exaktheit ausführen kann, wie man selber es kann tun könnte. es gibt also scheinbar eine reelle Bestätigung dafür, wirklich unentbehrlich zu sein, was umso problematischer sein kann.
Doch ebenso treten auch Schuldgefühle auf, wenn man sich endlich einmal auf die eigenen Bedürfnisse konzentriert. Auch die Schattenseite der oben angesprochenen Unentbehrlichkeit, nämlich Überverantwortung und das Bedürfnis nach Kontrolle um den Kontrollverlust  über das eigene Leben und den Körper zu kompensieren, sind regelrechte Spinnennetze in denen man als Hochsensibler oder Hochsensible verloren gehen kann.


Hilfe bei Burnout

Ich möchte an dieser Stelle nochmals dringend darauf hinweisen, dass Burnout ein sehr breites Feld ist und ich hier bei weitem nicht alle Symptome und Verhaltensweisen aufgeführt habe, die mit dem Syndrom einhergehen. In vielen Fällen wird man auch überhaupt erstmal gar nicht wegen Burnout selbst einen Arzt, Heilpraktiker oder Psychologen aufsuchen, sondern vielleicht wegen neurologischen Problemen, Herz- Kreislauf-Beschwerden, Schlafstörungen oder Suchtverhalten. Wenn Verdacht auf Burnout besteht sollte umgehend Hilfe aufgesucht werden. Folgende Stellen können bei Verdacht auf Burnout hilfreiche Anlaufstellen sein:


Quellen und Literatur